Die Angst vor dem Säbelzahntiger

Im Gegensatz zu vielen anderen Arten sind die Sinne unserer Kleinen noch nicht vollständig entwickelt und müssen noch geschärft werden, sie können sich nicht selbstständig fortbewegen oder mit ihrer Familie mitziehen und die Muttermilch sättigt zu Beginn nur sehr kurz, weshalb Säuglinge häufig Hunger haben. Unsere Kleinen ticken noch wie vor tausenden von Jahren. Das heißt, für das Baby bedeutet es unmittelbare Gefahr, wenn es weg gelegt wird. Jederzeit könnte der Säbelzahntiger um die Ecke kommen und es fressen oder vielleicht hat er die Mama schon gefressen und jetzt muss es verhungern. Es kann sich nicht wehren, kann sich nicht verstecken und kann nicht fliehen, es kann sich nicht selbst versorgen und ist alleine der Natur und ihren Elementen schutzlos ausgeliefert. Um dieses Bedürfnis nach Nähe, Nahrung und Schutz zu befriedigen, benötigt ein Baby jemanden der es zuverlässig versorgt. Nähe sichert also das Überleben des Babys. Deshalb lassen sich viele Babys auch nicht ablegen und zeigen ihre Sorge durch Weinen und Schreien.

Ganz instinktiv haben wir das Bedürfnis ein weinendes Baby hoch zu nehmen und es zu halten, um es zu trösten. Beim Hochheben des Kindes zeigt es uns, die für es angenehmste Position, es zieht die Beine vor den Bauch und spreizt sie ein wenig auseinander. Darauf wird beim richtigen Tragen eingegangen. Der frühe Greifreflex, ist ein Zeichen dafür, dass Babys sich ähnlich wie Affenkinder an uns festhalten wollen, nur leider/Gott sei Dank ist uns das Fell ausgegangen. Diese Zeichen sagen uns, dass Babys Traglinge sind und getragen werden wollen und sollen. 

Es gibt keine Studien die belegen, dass Tragen schädlich für ein Neugeborenes ist, sofern ein paar Punkte beachtet werden. Wichtigster Punkt ist eine gute Luftzufuhr und freie Atemwege. Babys sollten außerdem auch immer aufrecht getragen werden und dabei ausreichend gut gestützt werden, damit ein in sich Zusammensacken vermieden wird und eine natürliche, altersgemäße Rundung des Rückens trotzdem möglich bleibt. 

 

 

 

Vorteile des Tragens

  • Reifung der Hüfte kann unterstützt werden
  • Bandscheiben können Stöße abfedern und der Rücken kann eine natürliche und altersgemäße Rundung einnehmen
  • Nähe und Körperkontakt fördern die Bindung
  • Sicherheit und Geborgenheit beim Ankommen in der Welt
  • gute Möglichkeit eine innige Bindung aufzubauen auch ohne zu stillen
  • Förderung des Gleichgewichtssinnes des Babys
  • Förderung der motorischen und sensorischen Entwicklung
  • getragene Babys weinen weniger
  • Hilfe bei Bauchschmerzen
  • Hände sind frei für den Alltag
  • keine Sorgen ob man in den Fahrstuhl oder den Bus passt
  • Treppen sind kein unüberwindbares Hindernis mehr
  • auch unwegsames Gelände kann bewältigt werden
  • passt auch in das kleinste Auto